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Friseur-Stundensatz berechnen
CutNear-Redaktion · Stand 23.10.2026
Kurz gesagt
Dein Stundensatz ist das, was eine verkaufte Stunde einbringen muss: Fixkosten plus Wunsch-Einkommen, geteilt durch die Stunden, in denen du wirklich bezahlte Leistungen machst. Dazu kommt das Material. Bist du nicht Kleinunternehmer, zahlt deine Kundschaft zusätzlich 19 Prozent Umsatzsteuer1.
Was in die Fixkosten gehört
Fixkosten fallen jeden Monat an, egal wie viele Kunden kommen. Dazu gehören Miete oder Stuhlmiete, Strom und Wasser, Versicherungen, Telefon und Internet, Software, Beiträge zur Kammer, Buchhaltung und eine Rücklage für Geräte. Sieh in deinen Kontoauszügen der letzten zwölf Monate nach und teile die Summe durch zwölf. So fallen auch Kosten auf, die nur einmal im Jahr kommen.
Dein Wunsch-Einkommen ist der Betrag, der für dich übrig bleiben soll. Rechne dort auch Krankenversicherung, Altersvorsorge und Einkommensteuer ein, wenn du selbstständig bist. Was du dafür genau ansetzen musst, klärst du am besten mit deiner Steuerberatung.
Fixkosten je Monat
- Miete oder Stuhlmiete
- Strom, Wasser, Heizung
- Versicherungen
- Software und Telefon
- Buchhaltung, Kammerbeitrag
- Rücklage für Geräte
Wunsch-Einkommen
- was für dich bleibt
- Kranken- und Pflegeversicherung
- Altersvorsorge
- Einkommensteuer
Auslastung: nicht jede Stunde ist verkaufbar
Kein Salon ist jede Minute ausgebucht. Beratung ohne Leistung, Putzen, Bestellungen und Lücken zwischen Terminen kosten Zeit. Die Auslastung sagt, welcher Anteil deiner Stunden im Salon wirklich bezahlt wird.
Die beste Quelle ist dein eigener Kalender. Zähl für einen typischen Monat die Stunden mit bezahlten Leistungen und teile sie durch deine Stunden im Salon. Rechne lieber vorsichtig: Eine zu hoch angesetzte Auslastung macht den Stundensatz zu niedrig.
Stunden mit bezahlter Leistung÷Stunden im SalonAuslastung
Beispiel: 112 bezahlte Stunden ÷ 160 Stunden im Salon = 70 Prozent Auslastung.
Mit oder ohne Umsatzsteuer
Als Kleinunternehmer weist du keine Umsatzsteuer aus. Das geht, solange dein Umsatz im Vorjahr 25.000 Euro nicht überschritten hat und im laufenden Jahr 100.000 Euro nicht überschreitet2. Dann ist dein Stundensatz auch der Preis für die Kundschaft.
Fällst du nicht unter die Regel, kommen 19 Prozent Umsatzsteuer auf den Preis1. Gegenüber Verbrauchern musst du Gesamtpreise angeben, also mit Umsatzsteuer3. Wie du das auf der Preisliste zeigst, steht im Ratgeber Preisliste für Friseure.
Vom Stundensatz zur Preisliste
Rechne jede Leistung mit ihrer echten Dauer um: Ein Schnitt mit 45 Minuten kostet dann drei Viertel deines Stundensatzes. Liegen deine heutigen Preise deutlich darunter, plane eine Anpassung. Wie du sie ruhig und klar ankündigst, zeigt der Ratgeber Preiserhöhung beim Friseur.
Häufige Fragen
Ist der Stundensatz mein Preis?
Er ist die Untergrenze, die deine Kosten und dein Wunsch-Einkommen deckt. Ob du darüber liegst, entscheidest du mit Blick auf deine Kundschaft und deinen Standort.
Warum ist die Auslastung so wichtig?
Weil sich deine Kosten nur auf die bezahlten Stunden verteilen. Je weniger Stunden bezahlt sind, desto mehr muss jede einzelne einbringen.
Sind die Startwerte typisch für Friseure?
Nein. Es sind ausgedachte Beispielwerte, damit der Rechner nicht leer ist. Trag deine eigenen Zahlen ein.
Speichert der Rechner meine Eingaben?
Nein. Die Rechnung läuft nur in deinem Browser, es wird nichts übertragen oder gespeichert.
Quellen
- § 12 Umsatzsteuergesetz (Steuersätze), Bundesministerium der Justiz
- § 19 Umsatzsteuergesetz (Kleinunternehmer), Bundesministerium der Justiz
- § 3 Preisangabenverordnung (Gesamtpreis), Bundesministerium der Justiz
Allgemeine Information, keine Steuerberatung. Stand 23.10.2026.